11.04.2017 campus-leben

Mehr als Verlagsvorstellung und Lesung

Ein Abend mit dem Pendragon Verlag

Die Abendveranstaltung mit dem Pendragon Verlag am 4. April lässt sich keinesfalls auf einen Begriff bringen. Sie war nicht bloß Verlagsvorstellung oder Lyriklesung, sondern auch eine Gelegenheit, bei der die anwesenden Schüler etwas über Covergestaltung und die Wichtigkeit eines aussagekräftigen Klappentextes erfahren konnten. Aus Bielefeld waren der Verleger Günther Butkus und sein langjähriger Autor, der Lyriker Hellmuth Opitz, zu Gast. Der 1981 gegründete Pendragon Verlag ist spezialisiert auf Kriminalliteratur – zum Teil mit historischem Bezug – aus Deutschland und Nordamerika, hat aber auch ein kleines, ausgewähltes Lyrikprogramm.

Zu Beginn machte Butkus dem Publikum deutlich, dass ein überzeugendes Cover für ein Buch essentiell ist, da der Titel den Inhalt transportieren muss und die Aufmerksamkeit eines interessierten Lesers erlangen soll. Für die baldigen Neuerscheinungen des Verlags hatte er verschiedene Entwürfe mitgebracht und fragte die Schüler ganz nebenbei, welche sie für gelungener hielten. Von Anfang an machte der Verleger dabei klar, dass Krimis selbstverständlicher Bestandteil der Literatur sind und er Vorwürfe, dieses Genre sei seicht oder trivial, für mehr als unbegründet hält. Vielmehr geht es Butkus darum, besondere Bücher zu machen, die eine besondere Aufmachung und Gestaltung verdienen. Ausdrücklich betonte er dabei auch die Zusammenarbeit zwischen Autoren und Lektoren, deren Aufgabe er vor allem darin sieht, ein gutes Buch besser zu machen. Seine Verlagsvorstellung schloss er zur Freude des Publikums mit einem Bekenntnis zum gedruckten Buch, für das man im Gegensatz zu anderen Medien nur eine Lichtquelle zum Lesen benötigt.

Im zweiten Teil stellte Opitz den Schülern eine schöne Auswahl seiner Gedichte aus den letzten Jahren vor und las sogar bisher unveröffentlichte. Opitz, der hauptberuflich in der Werbung tätig ist, gehört zu den ersten Autoren des Verlags überhaupt. Zusammengebracht hat Opitz und Butkus im Übrigen ein Buchhändler, in dessen Laden sich die beiden erstmals begegnet sind. Eingebettet in eine Rahmenerzählung, wusste der Lyriker die Anwesenden von Anfang an mit seinen Gedichten zu begeistern, in denen simple Haushaltsgegenstände wie Toaster oder Mikrowellen ebenso ihren Platz haben wie eine große Liebeserklärung an die Stadt New York. Mit Sprache verstand Opitz virtuos zu arbeiten und dennoch eingängig zu formulieren, ohne in Plattheiten abzugleiten. Neben humorvollen Gedichten stellte er auch ernstere vor oder widmete sich dem geradezu klassischen Thema Liebe. Dass Opitz den Nerv des Publikums dabei genau getroffen hatte, beweist der anhaltende Applaus am Ende seiner Lesung.

Im Anschluss konnten sich die Schüler noch über mitgebrachte Leseexemplare freuen, die der Autor gerne signierte. Im lockeren Kreis standen der Verleger und der Lyriker noch lange mit den Auszubildenden zusammen. Wir danken Günther Butkus vom Pendragon Verlag und dem Autor Hellmuth Opitz für den unvergesslichen Abend und die schönen Leseexemplare.

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