Karrierewege in der Medienbranche

 

 

Für ausgebildete Medienkaufleute gibt es innerhalb der Branche zahlreiche Berufsmöglichkeiten in verschiedenen Abteilungen und Sparten der Medienwelt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Im Folgenden finden Sie einige Beispiele möglicher Berufsfelder, in denen aber unter Umständen zusätzlich ein Fachstudium nötig ist:

 

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  • Anzeigenakquisiteur
  • Anzeigenverkäufer
  • Assistent Werbung und Verkaufsförderung
  • Assistenz Rechte und Lizenzen
  • Community-Manager
  • Content Manager
  • Controlling
  • Hersteller E-Medien
  • Kampagnen-Manager
  • Key-Accounter
  • Kontakter
  • Kundenberater
  • Lektor
  • Literaturagent
  • Marketingmanager
  • Produkt-/Objektmanager
  • Projektmanager
  • PR-Sachbearbeiter
  • (Technischer) Redakteur
  • Redaktionsassistent
  • Verlagsassistent
  • Verlagsvertreter
  • Vertriebsassistent
  • Vertriebsorganisator
  • Webmaster

 

 

 

 

Was Unternehmen von ausgebildeten Medienkaufleuten erwarten

Gute Noten und Leistungen während der Ausbildung sind das Eine. Das Andere ist aber, das Gelernte in die Praxis umsetzen zu können und selbstständig zu arbeiten. Und das dürfen Verlage von ausgebildeten Medienkaufleuten erwarten. Dennoch suchen Unternehmen unterschiedliche Persönlichkeiten mit unterschiedlichen Fähigkeiten. Um ein Bild von dem Spektrum der Anforderungen zu erhalten, haben wir Branchenvertreter aus einigen Sparten befragt, was sie von ausgebildeten Medienkaufleuten erwarten. Hier die Antworten:

 

 

Helmuth Baur-Callwey

Verleger des Callwey Verlags, München

1. Neugier

2. Die Erkenntnis darüber, wo die eigenen Stärken liegen, um sich zur gegebenen Zeit in einem Schwerpunkt zu spezialisieren, wie z.B. Marketing, Produktion etc.

3. Die Klarheit darüber, dass die Zukunft nicht nur am Produkt Buch, Zeitschrift, Zeitung hängt, sondern sich nur dann ein Erfolg einstellen wird, wenn man erkennt, dass bestimmte Zielgruppen bestimmte Bedürfnisse haben, die vielleicht mit einem digitalen Medium besser befriedigt werden können und man entsprechend diesen Bedürfnissen Produkte entwickeln muss.

4. Prozessorientierter denken, bereit zu sein, in einem Team zu arbeiten, offen zu sein und mit den Partnern und Kollegen zu kommunizieren.

5. Projekte entwickeln können, bei denen die Bedürfnisse berücksichtigt werden und die sich am Markt orientieren.

6. Das eigene Tun immer wieder hinterfragen und wirtschaftlich denken.

7. Hohes Engagement und starke Identifizierung mit dem Unternehmen und dessen Produkten.

 

 

Peter Bosnic

Kaufmännischer Verlagsleiter bei steinbach sprechende bücher, Schwäbisch Hall

Neben der Liebe zum Medium und der unstillbaren Neugier und dem Engagement das Bestmögliche dafür zu tun, erwarte ich von den künftigen Medienkaufleuten noch vieles mehr. Spaß daran, Neues zu entwickeln, den Markt zu beobachten und auch einmal „quer“ zu denken, um nicht Betriebsblindheit aufkeimen zu lassen, ebenso immer wieder Dinge in Frage stellen: Ist es noch zeitgemäß? Wie hat sich die Zielgruppe verändert? Wo ist der aktuelle Zeitgeist? Und wie kann man ihm begegnen, durch Produkte, die genau passen? Nutzen Sie Sinusstudien und Marktforschungen jeglicher Art, um genau das zu machen, wonach dieser ruft.

 

 

Martin Evers

Bildungsgangleiter Medienkaufleute im Joseph-DuMont-Berufskolleg, Köln

Grundlage für eine erfolgreiche berufliche Tätigkeit in den Medien sind solide Fachkenntnisse der Verlagsarbeit, die durch Aus- und Weiterbildung erworben werden. Unerlässlich für die tägliche Arbeit ist die Fähigkeit, sich selbst zu organisieren und selbstständig zu arbeiten sowie die Bereitschaft zum lebenslangen Lernen. Eine hohe soziale Kompetenz, die sich vor allem in der Teamarbeit zeigt, ist von entscheidender Bedeutung. Medienkaufleute sollten über Belastungsstärke und über Frusttoleranz verfügen, entscheidungssicher sein sowie motivierend und ausgleichend auf ihr Umfeld wirken können.


 

Annette Hardes

Leiterin Personalentwicklung im Verlag M. DuMont Schauberg, Köln

Zunächst einmal sollten Sie sich über das Berufsbild informiert haben! Interesse, Engagement und Freude an der Ausbildung mitbringen. Menschen mit dem Mut zur eigenen Meinung und der Freude am Austausch mit Anderen sind willkommen!

 

 

Ute Kammerer

Head of Development and Training bei Springer Science+Business Media, Heidelberg

Ausbildungszeit ist auch Selbstfindungszeit. Nach der Ausbildung sollten die jungen Leute ihre persönlichen Talente kennen und wissen, wo im Unternehmen sie diese am besten einsetzen können. Ich erwarte, dass sie sich etwas vornehmen und Ziele vor Augen haben. Doch bitte nicht starr geradeaus, sondern flexibel und mobil bleiben, Augen auf und Chancen wahrnehmen.

 

 

Michaela von Koenigsmarck

Dozentin für Verlagskunde an den Schulen des Deutschen Buchhandels in Frankfurt am Main

Mein Ideal wären junge Menschen, die engagiert, mit Freude an Medien und Inhalten sowie mit einem vernünftigen wirtschaftlichen Verständnis ausgestattet, die Entwicklung unserer Branche positiv gestalten wollen.

Ich hoffe auf Menschen, denen bewusst ist, dass Wissen und Bildung zu den elementaren Erfolgsfaktoren einer Gesellschaft gehören und die hier aktiv einen Beitrag leisten wollen – über die reine Wirtschaftlichkeit und Gewinnmaximierung hinausgehend.

 

 

Mario Lange

Kaufmännischer Leiter und Dozent für Rechnungswesen an den Schulen des Deutschen Buchhandels in Frankfurt am Main

Das Verständnis, dass der Mensch im Mittelpunkt der Interesses steht und nicht das Produkt. Kundenzentriertheit ist sicher eine der Skills der Zukunft. Ebenso gehört der unbedingte Wille zur Fort- und Weiterbildung dazu, die auch eingefordert werden muss, denn dieser Faktor wird die Zukunft des Einzelnen mitbestimmen. Künftige Generationen werden nur noch in den seltensten Fällen in einer Firma anfangen und dort auch ihr Arbeitsleben beenden. Flexibilität und ein hohes Maß an Kommunikationskompetenz sind die unerlässlichen Basics. Schließlich sollten sie zukünftigen Entwicklungen der Branche offen aber auch kritisch gegenübertreten.

 

 

Karin Schmidt-Friderichs

Verlegerin des Verlags Hermann Schmidt, Mainz

Neugier, Offenheit, Interesse, Weiterdenken, Querdenken – das sind die Grundlagen jeder Karriere, die über das Abarbeiten von Normvorgängen hinausgehen soll; kommunikative Fähigkeiten, Sprachkompetenz, auch Fremdsprachen und Teamfähigkeit, analytischer Verstand, Zahlengefühl und die Bereitschaft, in wirtschaftlichen Zusammenhängen zu denken. Das heißt vor allem, sich Größenordnungen zu vergegenwärtigen, Rabattpunkte in Summen umzurechnen und Konditionen-Parameter zu verstehen und im Kopf mitzurechnen. Und das ist weniger eine mathematische Herausforderung als eine Haltung – mit profunder Erfahrung untermauert. Und die Bereitschaft und der Wille, sich weiter zu entwickeln. Lifelong Learning!

 

 

Dr. Kirsten Steffen

Personalberaterin bei Bommersheim Consulting, München

Sie sind informiert über die breite Buch-, Zeitungs- und Medienlandschaft, kennen verschiedene Programme und verschiedene mediale Ausgabeformen. Sie arbeiten zielgruppenorientiert, kennen unterschiedlichste Zielgruppen und deren Bedürfnisse. Sie können dementsprechend Inhalte im passenden Medium anbieten, als Buch, Zeitschrift, auf anderen Speichermedien oder online.

 

 

Matthias Ulmer

Verleger des Verlags Eugen Ulmer, Stuttgart

Die Welt da draußen hat ein eigenartiges Bild von einem Verlag: Der Autor schreibt ein Buch, der Verlag druckt es und der Buchhändler verkauft es; der Autor verhungert, der Verleger beutet aus und ohne Urheberrecht wäre alles viel besser. Ich erwarte, dass ausgebildete Medienkaufleute das besser wissen. Sie müssen ein gutes Verständnis für die Abläufe haben, vom Autor zum Leser. Und sie müssen einen realistischen Blick für den Markt haben, den modernen Buchhandel, die Funktionsweise von Medien und Werbung, die Ausbildungssysteme und Bibliotheken, das Urheberrecht. Denn wir müssen heute in jeder Abteilung die Arbeitsgebiete der anderen Abteilungen mitdenken können. Ein Lektor kann ohne gute Vertriebskenntnisse nicht mehr arbeiten, im Marketing muss ich die Inhalte beherrschen, in der Herstellung die Zielgruppen und ihre Lebenswelten kennen [...]. Wir brauchen eine hohe Flexibilität. Und dafür muss jeder die Bereiche der anderen so gut kennen, dass er die Schnittstellen optimal einrichten kann.

 

 

 

 

 

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