22.05.2017 campus-leben

Auftakt mit Krimi

Grafit Verlag zu Besuch

Freunde der (regionalen) Kriminalliteratur sind am Abend des 10. Mai voll auf ihre Kosten gekommen. Den Auftakt des Abendveranstaltungsprogramms im 198. Block, zu dem 60 angehende Buchhändler und Medienkaufleute in die Piper-Lounge gekommen waren, gab Ulrike Rodi, Verlegerin des Grafit Verlags aus Dortmund, die ihrerseits die Autorin Silke Ziegler mitgebracht hatte.

Zunächst stellte Rodi Geschichte und Programm des 1989 gegründeten Verlags vor. Die heutige Verlegerin ist seit 1992 an Bord, die Leitung hat sie 2010 übernommen. Rodi konnte deutlich machen, dass Krimis zum Zeitpunkt der Verlagsgründung noch der Ruch des Groschenromans anhaftete und dementsprechend viele Verlage sie nicht ins Programm nehmen wollten. Das zweite Standbein des Verlags Grafit, heute besonders bekannt für Regionalkrimis, waren daher auch sehr lange Hotelführer, die mittlerweile nicht mehr im Programm sind. Mitte der 1990er Jahre änderte sich die Wahrnehmung von Kriminalliteratur nachhaltig positiv und das bis heute ungebrochene Interesse nahm seinen Anfang. Für Grafit gilt damals wie heute, dass der Verlag einen hohen Anspruch an die verlegte Literatur hat und daher nicht auf Masse, sondern auf Auswahl bedacht ist. Die zunehmende Professionalisierung des Verlags und die Verbesserungen der technischen Möglichkeiten konnte Rodi anschaulich illustrieren, indem sie frühere und heutige Verlagsvorschauen gegenüberstellte und damit die Auszubildenden zum Teil in Erstaunen versetzte.

Nach der Verlagsvorstellung leitete Rodi zu ihrer Autorin Silke Ziegler über. Ziegler, die erst 2013 mit dem Schreiben begonnen hat, blickt mittlerweile auf fünf Romane zurück und ist seit ihrem dritten Buch bei Grafit. Ein sechstes erscheint noch in diesem Jahr. Die Idee zu ihrem ersten Roman ist der gelernten Bankerin bei einem Urlaub in Südfrankreich gekommen. Vor der Lesung aus ihrem Roman «Im Schatten des Sommers» berichtete Ziegler von den mitunter verschlungenen Pfaden, die man beschreitet, wenn man das erste Buch veröffentlichen möchte. Szenenapplaus bekam sie, als sie von einem Verlag berichtete, der ihr Buch zwar veröffentlichen wollte, dies aber nur unter männlichem Pseudonym getan hätte: Ein Angebot, das für Ziegler nicht in Frage gekommen ist. Mit dem Vorlesen des Prologs gab die Autorin einen guten Einstieg in ihren Roman. Die nun folgenden Fragen zeigten zudem, dass Ziegler offensichtlich den Nerv des Publikums getroffen hat. Nach dem verbindenden Element ihrer Romane gefragt, antwortete die Autorin, dass Familiengeschichte in ihren Büchern einen wichtigen Platz einnehme.

Im Anschluss diskutierten Verlegerin, Autorin und Publikum noch sehr lange miteinander über Covergestaltung von Büchern, Schreiben als Prozess, Entwicklung von Handlung und Figuren und die Arbeit des Lektorats.

Darüber hinaus konnten sich die Auszubildenden über mitgebrachte Leseexemplare freuen, die Silke Zieger natürlich gerne signierte. Wir danken Ulrike Rodi vom Grafit Verlag und der Autorin Silke Ziegler für den schönen Abend und die mitgebrachten Leseexemplare.

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