13.01.2022 campus-leben, veranstaltungen

Wir sind alle keine Insel. Durch Nacht und Nebel mit dem hanserblau Verlag

der literarischste abend der diesjährigen seckbacher festspieltage

Mit Charme, Chemie und einem gewaltigen Erfahrungsreichtum führten uns Ulrike von Stenglin (Verlagsleitung) und Anna Riedel (Lektorin) am 13.01.2022 durch den Verlagsabend am mediacampus frankfurt mit dem Imprint hanserblau. An der Online-Veranstaltung nahmen über 70 Personen teil. 

Wer sich jetzt fragt, ist hanserblau und der Hanser Literaturverlag nicht irgendwie das gleiche, der/die hat nicht ganz unrecht. Aber was ist ein Imprint eigentlich?

Ein Imprint ist wie ein eigenständiger Verlag mit eigenem Layout und eigenem Logo, aber unter dem Dach des eigentlichen Hauptverlags. hanserblau erweitert also seit dem Frühjahr 2019 den Traditionsverlag Hanser um ein populäreres und breitenwirksames Programm.

Woher kennt man hanserblau? An den beiden Bestsellern «Der Gesang der Flusskrebse» von Delia Owens und «Was weisse Menschen nicht über Rassismus hören wollen aber wissen sollten» von Alice Hasters, kam man in den letzten beiden Jahren nicht vorbei.

Beide Titel spiegeln wider, worauf dieses Imprint besonders Wert legen möchte: Auf der einen Seite haben wir stark handlungsgetriebene Geschichten mit mitreißenden Figuren und großen Themen der Zeit, auf der anderen Seite erzählende Sachbücher, bei denen Vorwissen keine Bedingung darstellt und die für jede Person unglaublich gewinnbringend sein können.

Wer neugierig geworden ist, kann sich direkt in das neue Programm Frühjahr 2022 verlieben! Mit dabei eine absolute Empfehlung aus der Upmarket Commercial Fiction, die uns Anna Riedel und Ulrike von Stenglin vorgestellt und wärmstens ans Herz gelegt haben.

Die Neuerscheinung «Unser wirkliches Leben» ist ein absolut fesselndes und süchtig machendes Romandebüt der Londoner Autorin Imogen Crimp. Es handelt von der jungen Opernsängerin Anna, die in eher schwierigeren Verhältnissen in London lebt und sich mit einem Nebenjob als Jazzsängerin in einer Hotelbar über Wasser hält. Dort trifft sie auf Max, den wohlhabenden Banker aus dem Gebäude gegenüber. Klingt auf den ersten Blick vielleicht eher nach einer Märchengeschichte, aber dem ist absolut nicht so!
Die Geschichte zeigt den feinen Grad der ungleichen Machtverhältnisse, die von außen betrachtete schillernde Opernwelt und ihre bröckelnde Fassade im Inneren.
Ein Buch über Macht, Sex, Rausch und absolute Gegensätze, also das scheinbar normale (pre-Corona) Leben, voller Höhen und Tiefen.

Fast genauso spannend war die Entstehungsgeschichte der deutschen Ausgabe: Es ist Freitagnachmittag, 16:00 Uhr. Das volle Ausmaß der Corona-Pandemie ist noch keinem bewusst. Da erhält Ulrike von Stenglin einen schicksalshaften Anruf einer englischen Agentin. Das angebotene Buch begeistert Ulrike sofort, trotz des sehr hohen Kaufpreises. Fieberhaft verhandelt sie das ganze Wochenende per Whatsapp und versucht die nötigen finanziellen Mittel zu mobilisieren. Montag morgen ist es schließlich so weit. Nach einer 48-Stunden-Nacht-und-Nebel-Aktion sind die Rechte an dem Buch in der Tasche – ein Preempt auf den sie stolz sein kann.

Nach zwei Jahren harter Verlagsarbeit freuen wir uns sehr auf dieses Buch und möchten es allen Lesenden wärmstens ans Herz legen.

Wer sich selbst von der gewaltigen Chemie von Ulrike und Anna überzeugen möchte, legen wir den hauseigenen Podcast «Hanser Rauschen» ganz besonders ans Herz. Dort sind die beiden des Öfteren zu hören.

Wir bedanken uns bei hanserblau, Anna Riedel, Ulrike von Stenglin und dem mediacampus frankfurt für diesen großartigen Literaturabend und freuen uns auf eine baldige Wiederholung.


Ein Bericht von Miriam Seegert und Maximillian Tragut - 221. Block

 

Mehr aus dem Bereich campus-leben, veranstaltungen